Interkulturelle / -generationalle Begegnungen II (Deutsch)
(Intercultural / -generational Encounters II)
Last November, the ProjekteNetzwerk Thun held an official farewell celebration at the Kunstmuseum, commemorating the truly unique community that has been built over the past few years — international, intercultural, intergenerational. As part of the evening’s events a group of us „Thunerinnen“ were split into groups, each with a member of the Kunstmuseum Team and one from KIO (Kompetenzzentrum Integration Berner Oberland), with the aim that the group would give a short tour / talk of one or a set of works by Sophie Calle on display at the time.
(Side note: I absolutely loved the Sophie Calle exhibit and took as many chances to visit it or get involved with workshops — see one of my recent posts about a weekend music workshop.)
Here‘s something a wrote up as part of a writing exercise in my German lessons about this experience and the works on display. Granted, it‘s at a higher level than I‘m used to, so it took plenty of patience and corrections from my teacher ... Nevertheless, I‘ll still share it as a landmark of where I‘d like my German writing to be at some point in the future!
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Du, ich, und Sophie — Interkulturelle Begegnungen
Am 13. November 2019 feierte der Verein ProjekteNetzwerk Thun sein Abschiedsfest auf einzigartige Weise. Einige Migrant*innen des Vereins führten Besucher durch die aktuelle Ausstellung des Kunstmuseums: Sophie Calle - Regard Incertain, welche die Werker der französischen Künstlerin Sophie Calle präsentierte.
Regard Incertain bedeutet auf Deutsch „unsicherer Blick“ und verschiedenen Themen rund um diesen Blick durchtziehen die gesamte Ausstellung. Es wird in mehreren Ausstellungsräumen kuratiert, wobei das Augenmerk stets auf mehr oder weniger spezifische Details gerichtet wird, auf die Beobachtungen des Sichtbaren und der Sichtbarkeit des Unsichtbaren.
Meine Kollegin Julia und ich betreuten die Besucher in drei verbundenen Räumen und ertönten mit ihnen ein eigenständiges Bild. Im Raum A befindet sich das Bild Major Davel (1994). Der grosse Rahmen des Bildes fasst lediglich einen kleinen Teil, nämlich nur die untere rechte Ecke einer Historienmalerei ein. Der Rest der Umrahmung besteht aus zahlreichen Texten. Warum nur hängte Sophie Calle ein solches Bild mit nur einem Teil der Malerei und vielen Texten an eine Kunstmuseumwand? Ist der Mann in der Ecke eigentlich dieser Major Davel, der Mann nach dem das Bild benannt wurde? Das Original-Kunstwerk befand sich im Kunstmuseum Lausanne und wurde 1980 durch einen Vandalenakt verbrannt. Nach diesem Vorfall, befragte Sophie Calle die Museumsbesucher, woran sie sich erinnern können und bat sie, das Gemälde aus der Erinnerung zu beschrieben. Dann „vervollständigte“ sie das Bild mit diesen Erinnerungen in Form von zahlreichen Textzeilen.
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| Source |
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| The original painting (source) |
Im Raum C, das Bild Last Seen (1991) (Zuletzt gesehen) thematisiert ebenfalls die Kriminalität und das Unsichtbare. Im Isabella Stewart Gardner Museum in Boston wurden wertvolle Kunstwerke von berühmten Künstlern vor denAugen der Besucher gestohlen. Bis zum heutigen Tag gibt es nun Lücken an den Wänden. Eine die Bedingungen der ehemaligen Sammlerin Isabella Stewart Gardner war eben, dass alle ausgestellten Exponat amgleichen Ort bleiben müssen; niemand sollte daran etwas ändern. Diese Bilder gelten immer noch als vermisst und die Lücken an den Wänden bleiben bestehen. Am ihrem Platz im Museum, in einem prachtvoll dekorierten Raum des ehemaligen Grand Hotel Thunerhof, hängen jetzt vier grosse, gerahmte Bilder, die leidlich einen leeren Rahmen darstellen. Ähnlich wie Sophie Calle damals mit ihren Museumsbesuchern im Hinblick auf das Bild Major Davel vorgegangen ist, wurde auch den Besuchern des Isabella Stewart Gardner Museums die gleiche Frage gestellt, nämlich, ob sie die fehlenden Bilder aus Ihrer Erinnerung beschreiben könnten Bei jedem Bild hängen an der Wand eingerahmte Texte, welche die gegebenen Antworten zusammenfassen.
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| Courtesy arter.net |
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| Courtesy arter.net |
In diese zwei Räumen fordert Sophie Calle man in ihrer einzigartigen Art und Weise heraus, uns selbst die Kunst oder eher ein Kunstkonzept zu erschaffen, bzw. zu konzeptualisieren. Sie verbindet persönliche Gefühlen der Museumsbesucher, ihre Erinnerungen und Erfahrungen mit den Kunstwerken. Sie fängt diese Stimmen des Publikums, diese Impressionen ein, sie sammelt und rahmt diese sie wie Bilder ein, sie hängt sie an die Wände des Museums undstellt sie wie echte Kunstexponate aus. Die Stimmen des Betrachters, unsere Stimmen werden so zum Teil des Kunstwerks. Und ganz gelichwertig sind dabei alle Stimmen; die Ansichten der Direktor*innen, Kurator*innen, Experten, der Sicherheitsleute, der Reinigungskräfte, der jungen und ebenso der alten Generation, der Mitarbeiter*innen des Museums, sowie der Museumsbesucher.
Es ist nicht so einfach ein Kunstwerk von Sophie Calle anzusehen und es gleich zu geniessen, wie z.B. ein klassischess Gemälde von Rembrandt oder Vermeer. Wir brauchen etwas Zeit, um unsere persönliche Verbindung mit Sophie und ihrer Sichtweise herzustellen, um das Unsichtbare in der Leere spüren zu können.
Vielen herzlichen Dank an alle Mitarbeiter des Kunstmuseums Thun und auch an alle Thuner Netzwerkerinnen, dass sie unsere Stimmen hören, sammeln, und mit unserer Heimatstadt Thun teilen.







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